Seit Jahren hört man, dass in Hundeschulen
das sogenannte Clickertraining ausgeübt wird.
Nicht überall in Deutschland ist man über die Inhalte
bzw. die Anwendung ausreichend informiert, sodass es immer
noch zu Fragen oder auch Ablehnung bis hin zum Belächeln
kommt.
Also, was ist das nun: Clickertraining?
Kann ich das auch mit meinem Hund machen oder gibt es Gründe
es nicht zu tun?!
Was bringt
man mit dem Clickern eigentlich bei?
Kann das
Clickertraining auch schlecht für meinen Hund sein?
...oder
kann es sogar Nachteile haben??
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| Lassen Sie uns kurz klären was dieses Clickertraining
nun eigentlich wirklich ist oder eben auch nicht ist. |
Clickertraining
beruht auf den Grundlagen der sogenannten Lerntheorie.
Hierbei geht es nicht darum welche Erziehungsmethoden A, B oder
C man verwendet oder gut findet, sondern es geht um Lerngesetze,
nach denen alle, auch noch so verschiedene Methoden funktionieren.
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Diese Lerngesetze
kann man nicht wegdiskutieren, denn sie sind genauso gültig
wie das Gesetz der Schwerkraft, nur um ein beliebtes Beispiel
zu nennen.
Schon Ende des ausgehenden 19. Jahrhunderts beschäftigte
sich ein Herr Pawlow mit klassischer Konditionierung und im
20 Jahrhundert kamen verschiedenste Wissenschaftler dazu, sich
mit verschiedenen Lernwegen zu beschäftigen, zum Beispiel
auch dem operanten Konditionieren, dem Lernen durch Erfolg und
Irrtum.
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Während des zweiten Weltkrieges wurden Vögel
und auch Delphine für militärische Zwecke ausgebildet,
nach dem Krieg begann deren Ausbildung für Werbe- und Unterhaltungs-zwecke.
In den 60ern eröffneten dann die ersten Sea World Parks
in Amerika und auch zahlreiche Delphinarien in Europa.
Hier geht es jetzt im übrigen nicht um die Frage der artgerechten
Haltung dieser Tierarten, was an anderer Stelle zum Glück
diskutiert wird
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Warum trainierte man also diese Tiere nach den Prinzipien der
Lerntheorie?? |
Weil man gar keine andere Chance hatte!!! Man war sich sehr
wohl bewußt, dass man weder einen Killerwal noch Delphine
oder Vögel schütteln, oder rütteln konnte, noch
sie am Stachel- oder Würgehalsband herumzerren konnte.
Auch der Trainer war nicht in der Lage die ganze Zeit im Wasser
herumzuschwimmen und die Tiere durch Reifen mit „Leckerli“
zu locken. Auch hätten hart oder scharf gesprochene Signale
nicht zum erwünschten Erfolg beigetragen.
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1984 schrieb Karen Pryor, eine Delphintrainerin, ein Buch
mit dem Titel
„Don`t
shoot the dog“ (erschieß nicht den Hund!)
was eigentlich gar nicht speziell für Hundetrainer, sondern
eher für „normale“ Menschen geschrieben worden
war.
Aber wie es oft so ist, lasen viele es mit wachem Verstand und
forcierten die Anwendung des Clickers eben auch im Hundebereich.
Karen Pryor und ihr Kollege Gary Wilkes sind die treibenden
Kräfte dieser so gar nicht! neuen Ausbildungsart geworden.
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FAZIT:
Der
Clicker selbst bzw sein Prinzip, ist schon über 70 Jahre
alt und dient seitdem dazu humanes und wirkungsvolles Training
anzuwenden.
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| Wozu
dient der Clicker?? |
man sagt:
der Clicker
wird als Brücke zwischen Verhalten und Belohnung eingesetzt
bzw. der Clicker überbrückt die Zeitspanne zwischen
dem Ausüben des Verhaltens und dem Erhalt der Belohnung.
Wieder kann man die allseits beliebten Delphine anführen.
Viele haben Vorführungen schon live erlebt, oder aber im
Fernsehen beobachten können. Der Trainer – meist
„smarte“ und in weiße Shorts gekleidete Herren
bestätigen ein richtiges Verhalten unverzüglich mit
dem Trillerpfiff, und das Tier schwimmt danach zum Trainer um
sich die Belohnung abzuholen. Ansonsten müßte sich
ja auch der Trainer ständig in unmittelbarer Nähe
des Tieres befinden, um es passend belohnen zu können,
damit es lernt „ah, immer wenn ich durch den Reifen springe,
bekomme ich eine Belohnung“ - und das wäre im übrigen
ja auch schon das erwünschte Endergebnis – schließlich
muss man „Flipper“ ja überhaupt erst mal zeigen
wie das Durchspringen an sich funktioniert.
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Der Click
oder Pfiff oder irgendein anderes an Futter gekoppeltes Geräusch
ermöglicht es, ein Verhalten punktgenau zu markieren, um
es anschließend zu belohnen. Denn jedes Lebewesen lernt
aus den Konsequenzen seines Verhaltens.
Somit kann man viel viel genauer mit einem Clicker arbeiten
als rein nur mit der menschlichen Stimme.
Zusätzlich
ist der Click oder eben ein anderer Ton ein immer wiederkehrendes
gleichbleibendes und nicht an Emotionen gekoppeltes Signal.
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Warum soll
ich einen konditionierten Verstärker benutzen und nicht
einfach nur ein nacktes Leckerchen? |
Sie sollen und müssen ja gar nicht. Vielleicht sind
Sie ja auch so superperfekt in der punktgenauen Anwendung von
Lob, besser Verstärkung (Lecker und Stimme) dass Sie über
jeden menschlichen Zweifel erhaben sind!
Ein Lebewesen
sollte aber immer erkennen können für welche Aktion
gelobt wurde. Es verbindet das Verstärken immer mit der
Tätigkeit, die es in dem Moment vollzieht, wo es das Futter
oder oder oder bekommt!
Wie schon oben erwähnt, schult einen der Clicker darin
sehr genau auf erwünschtes Verhalten zu achten, bzw. es
zu markieren.
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Ein guter
Trainer oder Erzieher versetzt den Hund in Situationen, in denen
er belohnt werden kann. Er wartet nicht auf die Situation, in
der er den Hund möglichst eindrucksvoll bestrafen kann.
Also nicht „Zuckerbrot und Peitsche „ist die Devise
beim Lernen, sondern viel mehr „haben Sie ihren Hund heute
schon gelobt???“.
Wir reden
hier jetzt nur vom Lernen, nicht von der Einordnung des Hundes
in unsere Gemeinschaft. Das ist etwas ganz anderes!
Für den Hund entsteht durch das präzise Markieren
des richtigen Verhaltens eine erheblich klarere Kommunikation
mit dem Besitzer.
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Und schließlich hat richtig angewandtes Lob erheblich
weniger negative „Nebenwirkungen“ als Strafe.
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Und nicht : ...ja du feiner Hund, du hast aber
toll Platz gemacht...“. und inzwischen ist der Hund
schon längst wieder aufgestanden.
Auch in Situationen, wo man nicht direkt neben dem Hund sein
kann – also bei Distanzübungen – zahlt sich
diese Art von Bestätigung aus. Ich kann ein hervorragendes
Timing aufrechterhalten, der Hund mich zudem klar verstehen.
Ist es nicht
genau das, was wir eigentlich wollen???
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| Vorteile
des Clickers |
Der Clicker ist als Signal also:
schnell,
auf den Punkt gebracht und signifikant als Geräusch. Zudem
frei von störenden Emotionen, somit auch anwendbar, wenn
man nicht ganz so gut drauf ist – aber da sollte man mit
Erziehungsversuchen sowieso recht sparsam umgehn! Trotzdem muss
man bedenken, dass sensible Hunde sehr fein auf Stimmungsänderungen
des Besitzers reagieren – unmerklich für den Menschen,
aber spürbar im vielleicht „mangelnden Gehorsam“. |
Dies alles
kann ein gesprochenes Wort nicht leisten, beim besten Willen
nicht! Wir reden schließlich den ganzen Tag und erwarten,
dass sich der Hund genau das herausfiltert, was wir uns so wünschen.
Die Stimme bzw. die benutzten Signale werden wahrlich nicht
als sehr ausdrucksstark empfunden.
Und auch
die allseits beliebten - und auch notwendigen - Streicheleinheiten
sind nicht präzise genug anwendbar um als steuerbare Verstärkung
zu dienen.
Es ist möglich sich auf ganz bestimmte Verhaltensmomente
zu konzentrieren und sie so zu fördern.
Deshalb wird der Clicker weltweit immer mehr in der Verhaltenstherapie
zur
Modifikation
= Verhaltensveränderung/-anpassung eingesetzt, womit auch
die Hundeschule Sondermann und Hannig über Jahre hinaus
die besten Erfahrungen gesammelt haben.
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Der
Clicker ändert – und das ist das Wichtigste überhaupt
– die Erwartungshaltung und auch die Einstellung des
Besitzers - und darauf auch die des Hundes!!!
Die Erziehung verläuft stressfreier und erheblich intelligenter,
denn wer sich mit den vermittelten Lerngesetzen beschäftigt,
fällt so leicht nicht zurück in dann steinzeitlich
anmutende Erziehungs“methoden“ der alten Schule.
Vor allem wird dem Hund nicht unterstellt, dass er zu dumm,
stur oder dickköpfig sei. Er ist schlicht und einfach
noch nicht gut genug trainiert.
Wer im übrigen einen Hund beobachtet, mit dem so präzise
„gesprochen“ wird, ist fasziniert von der grundsätzlichen
hohen Motivation und der eifrigen Lernbereitschaft von Mensch
:-)) und Hund.
Und genau das verschafft uns die Anerkennung und den Respekt
des Hundes, denn er merkt dass wir genau wissen, was wir wollen.
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| Hat
der Clicker vehemente Nachteile?? |
Nein, wer
ihn zum falschen Zeitpunkt benutzt, verzögert zwar den
Lernerfolg, ist aber normalerweise mit allen Sinnen und sehr
bewußt bei der Sache, sodaß keine schweren Fehler
auftreten So etwas vermeidet man im übrigen durch die Unterstützung
von erfahrenen Trainern! Im Bereich der Verhaltenstherapie kann
es wie auch bei den übrigen Belohnungsarten durchaus zu
Fehlern kommen, wenn das falsche Verhalten unwissentlich verstärkt
wird. Aber dies ist nicht ein Problem des Clickers und lässt
sich durch Aufklärung und Wissen vermeiden.
Es gibt Hunde, die etwas ängstlich auf das Geräusch
reagieren. Entweder gewöhnt man sie schrittweise daran,
oder benutzt schlicht und einfach ein anderes Geräusch
zu Konditionierung.
Ein zwanghaftes Gewöhnenwollen hat sowieso keinen Sinn.
Es gibt je nach Hund individuelle Vorgehensweisen.
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Kann ich
Lebewesen auf diese Art und Weise manipulieren oder tut der
Hund das mit mir? |
Schön, dass man sich im Zusammenhang mit Hunden ängstlichst
darüber Gedanken macht!
Zumal es sich hier um gewaltfreie Erziehung handelt. Wir sollten
die Anwendung schmerzhafter Methoden genauso kritisch hinterfragen!
NEIN, es
findet keine Manipulation statt! Es ist auch müßig
philosophische Diskussionen über Erziehung als Manipulation
zu diskutieren.
NEIN, Sie
brauchen keine Angst zu haben, dass der Hund ohne Lecker gar
nichts mehr tut, im Gegenteil er lernt zu lernen und nicht
gelockt zu werden.
NEIN der
Hund darf nicht machen, was immer er möchte. Wir sind
und bleiben die Spielführer, die die Bedingungen festlegen.
NEIN, man
lässt sich nicht durch den Hund steuern, indem er für
richtiges Verhalten Belohnung dreist einfordert. Das geht
auch anders!! - Gewußt wie!
NEIN der
Hund und wir sind keine Computer, die willenlos steuerbar
sind.
NEIN, der
Clicker oder andere konditionierte( gelernte) Verstärker
sind keine Wunderwaffe und auch nichts Geheimnisvolles! Sie
helfen nur beim Kommunizieren mit einer anderen Art und sorgen
für weniger Stress, aber für mehr Verständnis
und Wohlwollen und Lernerfolg.
NEIN, ihr
Hund mutiert auch nicht zum willenlosen Geschöpf. Zum
Glück behält er durchaus seine Charaktereigenschaften,
seine Persönlichkeit – ob nun angenehm oder nicht
– wir arbeiten daran!
NEIN, es
ist auch keine besonders luschige Erziehung, wie man ab und
an von mitleidig lächelnden Zeitgenossen vernehmen kann,
die in den letzten 10 Jahren scheinbar nichts dazugelernt
haben.
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JA,
es ist eine Unterstützung innerhalb der Erziehung des Hundes
- vor allem für Menschen, die sich ernsthaft und wohlwollend
mit dem Lernverhalten ihres Hundes auseinandersetzen wollen,
die selbst Spass an neuen Erfahrungen haben und auch noch über
sich selbst lernen wollen.
Dieses Verständnis oder diese Einstellung ist allerdings
nicht zwingend an den Clicker an sich gebunden, sondern hat
etwas mit der geistigen Einstellung zu tun.
Wer in einem Hund einen Begleiter sieht, der nur durch Unterdrückung
und harte Strafen zur „rechten Zeit“ erzogen werden
kann, damit man sich als starker und durchsetzungsfähiger
„Rudelchef „ fühlt, der sollte sich doch eher
der Firma Steiff oder anderen zuwenden.
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KURSE
Die Hundeschule
veranstaltet in der Zukunft regelmäßige Clickerkurse,
die inhaltlich unterschiedlich ausgerichtet sind.
Dabei wird der Einsatz des Clickers sowohl bei dem normalen
Trainingsablauf zur Förderung von Motivation und Gehorsam
als auch in reinen Kunststückchen- und Spielkursen gezeigt.
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