- die Hundeschule zum Wohlfühlen 


 

"Unsere geistige Überlegenheit macht es uns zur Pflicht, nicht nur für unsere Mitmenschen, sondern auch für Tiere ein tiefergehendes Verständnis zu zeigen und sie im Sinne einer echten Humanitas zu behandeln."


Dr. Dorit Feddersen-Petersen



"Ein Tierfreund zu sein, gehört zu den größten seelischen Reichtümern des Lebens."

Richard Wagner


 


"Die Sache der Tiere steht höher für mich, als die Sorge, mich lächerlich zu machen."


Emile Zola


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  Clickertraining

Seit Jahren hört man, dass in Hundeschulen das sogenannte Clickertraining ausgeübt wird.
Nicht überall in Deutschland ist man über die Inhalte bzw. die Anwendung ausreichend informiert, sodass es immer noch zu Fragen oder auch Ablehnung bis hin zum Belächeln kommt.
Also, was ist das nun: Clickertraining?

Kann ich das auch mit meinem Hund machen oder gibt es Gründe es nicht zu tun?!

Was bringt man mit dem Clickern eigentlich bei?

Kann das Clickertraining auch schlecht für meinen Hund sein?

...oder kann es sogar Nachteile haben??

Lassen Sie uns kurz klären was dieses Clickertraining nun eigentlich wirklich ist oder eben auch nicht ist.
Clickertraining beruht auf den Grundlagen der sogenannten Lerntheorie.
Hierbei geht es nicht darum welche Erziehungsmethoden A, B oder C man verwendet oder gut findet, sondern es geht um Lerngesetze, nach denen alle, auch noch so verschiedene Methoden funktionieren.
Diese Lerngesetze kann man nicht wegdiskutieren, denn sie sind genauso gültig wie das Gesetz der Schwerkraft, nur um ein beliebtes Beispiel zu nennen.
Schon Ende des ausgehenden 19. Jahrhunderts beschäftigte sich ein Herr Pawlow mit klassischer Konditionierung und im 20 Jahrhundert kamen verschiedenste Wissenschaftler dazu, sich mit verschiedenen Lernwegen zu beschäftigen, zum Beispiel auch dem operanten Konditionieren, dem Lernen durch Erfolg und Irrtum.
Während des zweiten Weltkrieges wurden Vögel und auch Delphine für militärische Zwecke ausgebildet, nach dem Krieg begann deren Ausbildung für Werbe- und Unterhaltungs-zwecke. In den 60ern eröffneten dann die ersten Sea World Parks in Amerika und auch zahlreiche Delphinarien in Europa.
Hier geht es jetzt im übrigen nicht um die Frage der artgerechten Haltung dieser Tierarten, was an anderer Stelle zum Glück diskutiert wird
Warum trainierte man also diese Tiere nach den Prinzipien der Lerntheorie??
Weil man gar keine andere Chance hatte!!! Man war sich sehr wohl bewußt, dass man weder einen Killerwal noch Delphine oder Vögel schütteln, oder rütteln konnte, noch sie am Stachel- oder Würgehalsband herumzerren konnte.
Auch der Trainer war nicht in der Lage die ganze Zeit im Wasser herumzuschwimmen und die Tiere durch Reifen mit „Leckerli“ zu locken. Auch hätten hart oder scharf gesprochene Signale nicht zum erwünschten Erfolg beigetragen.
1984 schrieb Karen Pryor, eine Delphintrainerin, ein Buch mit dem Titel
„Don`t shoot the dog“ (erschieß nicht den Hund!)
was eigentlich gar nicht speziell für Hundetrainer, sondern eher für „normale“ Menschen geschrieben worden war.
Aber wie es oft so ist, lasen viele es mit wachem Verstand und forcierten die Anwendung des Clickers eben auch im Hundebereich. Karen Pryor und ihr Kollege Gary Wilkes sind die treibenden Kräfte dieser so gar nicht! neuen Ausbildungsart geworden.

FAZIT:

Der Clicker selbst bzw sein Prinzip, ist schon über 70 Jahre alt und dient seitdem dazu humanes und wirkungsvolles Training anzuwenden.

Wozu dient der Clicker??
man sagt:
der Clicker wird als Brücke zwischen Verhalten und Belohnung eingesetzt bzw. der Clicker überbrückt die Zeitspanne zwischen dem Ausüben des Verhaltens und dem Erhalt der Belohnung.
Wieder kann man die allseits beliebten Delphine anführen. Viele haben Vorführungen schon live erlebt, oder aber im Fernsehen beobachten können. Der Trainer – meist „smarte“ und in weiße Shorts gekleidete Herren bestätigen ein richtiges Verhalten unverzüglich mit dem Trillerpfiff, und das Tier schwimmt danach zum Trainer um sich die Belohnung abzuholen. Ansonsten müßte sich ja auch der Trainer ständig in unmittelbarer Nähe des Tieres befinden, um es passend belohnen zu können, damit es lernt „ah, immer wenn ich durch den Reifen springe, bekomme ich eine Belohnung“ - und das wäre im übrigen ja auch schon das erwünschte Endergebnis – schließlich muss man „Flipper“ ja überhaupt erst mal zeigen wie das Durchspringen an sich funktioniert.
Der Click oder Pfiff oder irgendein anderes an Futter gekoppeltes Geräusch ermöglicht es, ein Verhalten punktgenau zu markieren, um es anschließend zu belohnen. Denn jedes Lebewesen lernt aus den Konsequenzen seines Verhaltens.
Somit kann man viel viel genauer mit einem Clicker arbeiten als rein nur mit der menschlichen Stimme.

Zusätzlich ist der Click oder eben ein anderer Ton ein immer wiederkehrendes gleichbleibendes und nicht an Emotionen gekoppeltes Signal.
Warum soll ich einen konditionierten Verstärker benutzen und nicht einfach nur ein nacktes Leckerchen?
Sie sollen und müssen ja gar nicht. Vielleicht sind Sie ja auch so superperfekt in der punktgenauen Anwendung von Lob, besser Verstärkung (Lecker und Stimme) dass Sie über jeden menschlichen Zweifel erhaben sind!

Ein Lebewesen sollte aber immer erkennen können für welche Aktion gelobt wurde. Es verbindet das Verstärken immer mit der Tätigkeit, die es in dem Moment vollzieht, wo es das Futter oder oder oder bekommt!
Wie schon oben erwähnt, schult einen der Clicker darin sehr genau auf erwünschtes Verhalten zu achten, bzw. es zu markieren.
Ein guter Trainer oder Erzieher versetzt den Hund in Situationen, in denen er belohnt werden kann. Er wartet nicht auf die Situation, in der er den Hund möglichst eindrucksvoll bestrafen kann.
Also nicht „Zuckerbrot und Peitsche „ist die Devise beim Lernen, sondern viel mehr „haben Sie ihren Hund heute schon gelobt???“.

Wir reden hier jetzt nur vom Lernen, nicht von der Einordnung des Hundes in unsere Gemeinschaft. Das ist etwas ganz anderes!
Für den Hund entsteht durch das präzise Markieren des richtigen Verhaltens eine erheblich klarere Kommunikation mit dem Besitzer.
Und schließlich hat richtig angewandtes Lob erheblich weniger negative „Nebenwirkungen“ als Strafe.

Und nicht : ...ja du feiner Hund, du hast aber toll Platz gemacht...“. und inzwischen ist der Hund schon längst wieder aufgestanden.
Auch in Situationen, wo man nicht direkt neben dem Hund sein kann – also bei Distanzübungen – zahlt sich diese Art von Bestätigung aus. Ich kann ein hervorragendes Timing aufrechterhalten, der Hund mich zudem klar verstehen.

Ist es nicht genau das, was wir eigentlich wollen???


Vorteile des Clickers

Der Clicker ist als Signal also:

schnell, auf den Punkt gebracht und signifikant als Geräusch. Zudem frei von störenden Emotionen, somit auch anwendbar, wenn man nicht ganz so gut drauf ist – aber da sollte man mit Erziehungsversuchen sowieso recht sparsam umgehn! Trotzdem muss man bedenken, dass sensible Hunde sehr fein auf Stimmungsänderungen des Besitzers reagieren – unmerklich für den Menschen, aber spürbar im vielleicht „mangelnden Gehorsam“.
Dies alles kann ein gesprochenes Wort nicht leisten, beim besten Willen nicht! Wir reden schließlich den ganzen Tag und erwarten, dass sich der Hund genau das herausfiltert, was wir uns so wünschen. Die Stimme bzw. die benutzten Signale werden wahrlich nicht als sehr ausdrucksstark empfunden.

Und auch die allseits beliebten - und auch notwendigen - Streicheleinheiten sind nicht präzise genug anwendbar um als steuerbare Verstärkung zu dienen.
Es ist möglich sich auf ganz bestimmte Verhaltensmomente zu konzentrieren und sie so zu fördern.
Deshalb wird der Clicker weltweit immer mehr in der Verhaltenstherapie zur
Modifikation = Verhaltensveränderung/-anpassung eingesetzt, womit auch die Hundeschule Sondermann und Hannig über Jahre hinaus die besten Erfahrungen gesammelt haben.

Der Clicker ändert – und das ist das Wichtigste überhaupt – die Erwartungshaltung und auch die Einstellung des Besitzers - und darauf auch die des Hundes!!!

Die Erziehung verläuft stressfreier und erheblich intelligenter, denn wer sich mit den vermittelten Lerngesetzen beschäftigt, fällt so leicht nicht zurück in dann steinzeitlich anmutende Erziehungs“methoden“ der alten Schule.
Vor allem wird dem Hund nicht unterstellt, dass er zu dumm, stur oder dickköpfig sei. Er ist schlicht und einfach noch nicht gut genug trainiert.
Wer im übrigen einen Hund beobachtet, mit dem so präzise „gesprochen“ wird, ist fasziniert von der grundsätzlichen hohen Motivation und der eifrigen Lernbereitschaft von Mensch :-)) und Hund.
Und genau das verschafft uns die Anerkennung und den Respekt des Hundes, denn er merkt dass wir genau wissen, was wir wollen.


Hat der Clicker vehemente Nachteile??

Nein, wer ihn zum falschen Zeitpunkt benutzt, verzögert zwar den Lernerfolg, ist aber normalerweise mit allen Sinnen und sehr bewußt bei der Sache, sodaß keine schweren Fehler auftreten So etwas vermeidet man im übrigen durch die Unterstützung von erfahrenen Trainern! Im Bereich der Verhaltenstherapie kann es wie auch bei den übrigen Belohnungsarten durchaus zu Fehlern kommen, wenn das falsche Verhalten unwissentlich verstärkt wird. Aber dies ist nicht ein Problem des Clickers und lässt sich durch Aufklärung und Wissen vermeiden.
Es gibt Hunde, die etwas ängstlich auf das Geräusch reagieren. Entweder gewöhnt man sie schrittweise daran, oder benutzt schlicht und einfach ein anderes Geräusch zu Konditionierung.
Ein zwanghaftes Gewöhnenwollen hat sowieso keinen Sinn. Es gibt je nach Hund individuelle Vorgehensweisen.
Kann ich Lebewesen auf diese Art und Weise manipulieren oder tut der Hund das mit mir?

Schön, dass man sich im Zusammenhang mit Hunden ängstlichst darüber Gedanken macht!
Zumal es sich hier um gewaltfreie Erziehung handelt. Wir sollten die Anwendung schmerzhafter Methoden genauso kritisch hinterfragen!

NEIN, es findet keine Manipulation statt! Es ist auch müßig philosophische Diskussionen über Erziehung als Manipulation zu diskutieren.

NEIN, Sie brauchen keine Angst zu haben, dass der Hund ohne Lecker gar nichts mehr tut, im Gegenteil er lernt zu lernen und nicht gelockt zu werden.

NEIN der Hund darf nicht machen, was immer er möchte. Wir sind und bleiben die Spielführer, die die Bedingungen festlegen.

NEIN, man lässt sich nicht durch den Hund steuern, indem er für richtiges Verhalten Belohnung dreist einfordert. Das geht auch anders!! - Gewußt wie!

NEIN der Hund und wir sind keine Computer, die willenlos steuerbar sind.

NEIN, der Clicker oder andere konditionierte( gelernte) Verstärker sind keine Wunderwaffe und auch nichts Geheimnisvolles! Sie helfen nur beim Kommunizieren mit einer anderen Art und sorgen für weniger Stress, aber für mehr Verständnis und Wohlwollen und Lernerfolg.

NEIN, ihr Hund mutiert auch nicht zum willenlosen Geschöpf. Zum Glück behält er durchaus seine Charaktereigenschaften, seine Persönlichkeit – ob nun angenehm oder nicht

– wir arbeiten daran!

NEIN, es ist auch keine besonders luschige Erziehung, wie man ab und an von mitleidig lächelnden Zeitgenossen vernehmen kann, die in den letzten 10 Jahren scheinbar nichts dazugelernt haben.

JA, es ist eine Unterstützung innerhalb der Erziehung des Hundes - vor allem für Menschen, die sich ernsthaft und wohlwollend mit dem Lernverhalten ihres Hundes auseinandersetzen wollen, die selbst Spass an neuen Erfahrungen haben und auch noch über sich selbst lernen wollen.
Dieses Verständnis oder diese Einstellung ist allerdings nicht zwingend an den Clicker an sich gebunden, sondern hat etwas mit der geistigen Einstellung zu tun.
Wer in einem Hund einen Begleiter sieht, der nur durch Unterdrückung und harte Strafen zur „rechten Zeit“ erzogen werden kann, damit man sich als starker und durchsetzungsfähiger „Rudelchef „ fühlt, der sollte sich doch eher der Firma Steiff oder anderen zuwenden.

 

KURSE
Die Hundeschule veranstaltet in der Zukunft regelmäßige Clickerkurse, die inhaltlich unterschiedlich ausgerichtet sind.
Dabei wird der Einsatz des Clickers sowohl bei dem normalen Trainingsablauf zur Förderung von Motivation und Gehorsam als auch in reinen Kunststückchen- und Spielkursen gezeigt.

 

 

 
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